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Eröffnungskonzert: Moving Sounds

Open Source Guitars – Moving Sounds

für 6 Spieler, 9 (E-)Gitarren, Soundtrack, 6 Amps und 6 Lautsprecher (2017)

Das Klischee von neuer Musik als ‘anstrengend und doch eher disharmonisch’ gilt nicht für Moving Sounds der Open Source Guitars. Die Band bewegt sich hier mühelos zwischen den Stilrichtungen Rock, Improvisation und neuer Kammermusik, wobei die Mitglieder von ihrer Kompositions- und Aufführungserfahrung in multimedialen Theaterwerken, Konzeptkunst, Konzert-, und Filmmusik schöpfen. Moving Sounds (2017) entstand als Kollektivkomposition der Bandmitglieder, die sich hierzu von unterschiedlichsten Stilen haben inspirieren lassen. Die Noise Rock Band ‚Zu’, die englische Avantgarde Rockband ‚Radiohead’, der Polyrhythmiker und Minimalist Steve Reich, die polnische Folk Gruppe ‚Kapela ze wsi Warszawa’ und ‚Ramstein’ standen Pate für ihre Komposition.

 

Henry Fourès – Six White Dots
für Jongleur mit interaktiven Sensorbällen und 6 E-Gitarristen (2016-17)

In der Komposition für Jongleur, klingende Sensorbälle (entwickelt von den französischen Instituten IRCAM, Paris, und GMEM, Marseille), sechs Gitarren und Soundtrack des Komponisten Henry Fourès mischen sich ausnotierte Musik, improvisierte Atmosphären und vorproduzierte Klangwelten mit den ausdrucksstarken Körper- und Bewegungsgestalten der interaktiven Jonglierkunst. Die Bewegung des Jongleurs im Raum, die über die Sensorbälle Rhythmus und Klang generiert, ist dabei ebenso Teil der sensuellen Erfahrung wie die das ungewöhnliche Klanguniversum der Open Source Guitars. Zwischen installativem Theater und performativem Konzertstück steht in Six White Dots die Erfahrung von Bewegung, Körper und Klang im Mittelpunkt der Performance.

 

Uraufführung von Six White Dots für Jongleur,
Sensorbälle und 6 Gitarristen von Henry Fourès und
Moving Sounds, einer Eigenkomposition der Open
Source Guitars. In Kooperation mit GMEM und IRCAM.

Open Source Guitars: Robert Menczel, Mikolaj Pociecha, Florin Emhardt, Phileas Baun, Marius Schnurr, Martin Köhler
Jonglage: Jérôme Thomas, Ria Rehfuß
Komposition: Henry Fourès und Open Source Guitars

Leitung: Prof. Dr. Barbara Lüneburg

Biographien

 

Open Source Guitars

 

Open Source Guitars, im Jahre 2008 als Studentenensemble an der Musikhochschule Trossingen entstanden, praktizieren einen innovativen Ansatz der Ensemblearbeit mit dem Ziel, das Repertoire für Gitarre zu erweitern, eine neue Klangsprache zu entwickeln und die Vernetzung mit angrenzenden Kunstformen voranzutreiben.

 

Im Laufe der Jahre bildet sich eine Arbeitsweise heraus, die für Open Source Guitars richtungsweisend und identitätsstiftend werden sollte: die Arbeit als Kollektiv mit hoher individueller Eigenverantwortung aller Mitglieder, die Nutzung modernster digitaler Technik, die experimentelle Erweiterung des instrumentalen Konzeptes „Gitarre“, die Begegnung mit anderen Kunstformen und die Hinterfragung traditioneller Bühnen- und Konzertinszenierung.

2012 wurde OSG als einziges Musikensemble in die hochdotierte Landesförderung „Innovations- und Qualitätsfonds“ (IQF) für exzellente Projekte an Universitäten und Hochschulen in Baden-Württemberg aufgenommen. Das Projekt Open Source Guitars eröffnet in seiner Vielschichtigkeit einen ungewöhnlichen, praxisorientierten Ansatz für innovative Hochschullehre und Studium. Die Künstlerische Leitung lag bis zum Jahre 2016 bei Prof. Michael Hampel, und wurde anschließend auf Prof. Dr. Barbara Lüneburg übertragen.


Henry Fourès, Komponist

 

Henry Fourès ist ein französischer Komponist, Musiker und Musikhistoriker. In seinem Werk und in seiner umfangreichen pädagogischen Tätigkeit setzt er sich besonders für die europäische Verständigung ein.

 

Fourès studierte Kunstgeschichte an der Universität Paul Valéry in Montpellier und Musik am Conservatoire National Supérieur in Paris, außerdem mittelalterliche Musikgeschichte an der Humboldt-Universität in Berlin und Klavier an der Wiener Musikakademie. Von 1977 bis 1980 unterrichtete er Improvisation am Conservatoire in Pantin, 1980 bis 1982 mittelalterliche Musik an der Universität in Toulouse. 1982 wurde er zum Generalinspekteur für Musik im französischen Kulturministerium ernannt. Von 2000 bis 2009 war er Direktor des Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Lyon. 2000 bis 2010 leitete Henry Fourès die deutsch-französische Ensembleakademie Opus XXI. Zu Fourès vielfältigen, internationalen Aktivitäten gehören Filmmusiken, Theater- und Tanzstücke, Radiofeatures und Hörspiele für France Culture, HR und WDR. Er schrieb sinfonische, Vokal- und Kammermusikwerke für verschiedene Besetzungen sowie elektronische Musik.

 

Jérôme Thomas, Jongleur       

Jérôme Thomas ist berühmt für seine poetische Jonglage mit Silikonbällen, Bouleskugeln, Spazierstock oder Hut, Federn und Plastikfolien. Ständig kreativ am Forschen, hat er wesentlich zur Entdeckung der Jonglage in Frankreich beigetragen. Zuerst im Zirkus mit Annie Fratellini und im Cabaret ausgebildet, interessiert er sich schon früh für Jazz und arbeitete mit zahlreichen Größen des Jazz zusammen.


1992 gründete er den Vereins ARMO/ Compagnie Jérome Thomas (Atelier de Recherche en Manipulation d’Objets, 1992), den er gemeinsam mit Agnès Célérier seit 2000 leitet. Gemeinsam mit ihr produzierte er unter anderem "Milkday", "Le fil… et ses invités" und “Pong”, " Rain/Bow, arc après la pluie" oder “FoResT”. 2001 brachte ihn die Aufführung von "Cirque Lili sous chapiteau” 2001 wieder zurück zu seinem ursprünglichen Betätigungsfeld, dem Zirkus. 

 

Jérôme Thomas gibt international Workshops zur der von ihm entwickelten "jonglage cubique". Er ist einer der Initiatoren des ersten zeitgenössischen und improvisierten Jonglierfestivals "Dans la Jongle des Villes" (1996-2001). 2003 erhielt er den SACD-Preis für Zirkuskunst und wurde 2009 zum geschäftsführendem Mitglied des Verwaltungsrats des Arts du Cirque gewählt. Mit dem Komponisten Henry Fourès verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit auf der Grundlage von Jonglage, Improvisation und zeitgenössischer Musik, die in “Six White Dots” noch durch die in den Bällen verborgene Sensortechnik des IRCAM, Paris und GMEM, Marseille eine besondere Note bekommt.